Archiv für April 2016

Wie alles begann

Meine Schreiberei hat einen Anfang. Keineswegs in der Schule mit dem Verfassen von Aufsätzen, sondern viel später. Gelesen habe ich gern, seitdem ich lesen konnte. Meine liebste Lektüre war anfangs das neue Lesebuch der Schule. Ich kannte alle Geschichten noch bevor wir anfingen, darin zu lesen. Damals waren die Bücher noch voller interessanter Erzählungen und Erklärungen über das Leben und richtige Verhalten. Geschichten aus dem Straßenverkehr oder von Berufen und solche mit viel Fantasie haben mich fasziniert. Es gab für mich keinen Tag ohne Buch.

Später bin ich zur Science Fiction gekommen. Anfangs über Fantasiegeschichten wie "Die kleine Hexe" und später dann über Jules Verne und die Heftromane von Terra zu Romanen wie "Mutanten im Kosmos". Es hat mich begeistert und angeregt, fremde Kulturen auf diese Weise zu erleben. Das ist bis heute geblieben und vielleicht höre ich deshalb so gern zu, wenn mir Menschen aus fremden Ländern erzählen, welche Kleinigkeiten uns im täglichen Leben unterscheiden.

Ich habe oft als junger Mensch darüber nachgedacht, eigene Geschichten zu schreiben. Doch erste Versuche sind im Keim gescheitert, weil mir der Aufbau einer Geschichte fremd war. Ich hatte kein Muster erkannt, was im Grunde aus heutiger Sich unverständlich scheint. Das ist etwas, was noch heute geschieht. So lange ich kein Muster erkenne und nicht verstehe, wie etwas aufgebaut ist, kann ich es nicht selbst herstellen. Allein vom Probieren bekomme ich kein Ergebnis. Es belastet mich nur nicht mehr, wenn es so geschieht.

Dann kam eine sehr schlechte Zeit für mich, in der ich aufhörte Musik zu hören und zu lesen. Es ging mir richtig schlecht und die tiefen schwarzen Löcher in der Seele wurden zu sich rasant vergrößernden Flächen. Mein Versuch, das Ganze zu verstehen, führte mich in die Ausbildung zum NLP-Practitioner. Dort geriet ich an eine überaus kompetente Ausbilderin und diese ließ die Teilnehmer Märchen schreiben. Als Metapher sollten diese Märchen Aussagen treffen, die Menschen helfen könnten. Das war der Durchbruch, ich verstand den Aufbau von Geschichten.

Zunächst verarbeitete ich meine eigene Traurigkeit, mein Leben, den dauernden Schmerz. Diese Geschichten werden in Kürze nicht mehr im Handel sein, ich möchte sie nicht mehr veröffentlicht sehen. Später, nach der "Heilung", als langsam mein Leben wieder in die Spur kam, begann ich alltägliche Dinge humorvoll zu überspitzen. Dieses Rezept macht noch heute viel Spaß und hat mir bei Wettbewerben viel Publikumsfreude eingebracht.

Heute habe ich einen anstrengenden Beruf, eine ebenso anstrengendes Leben nebenbei und freue mich, wenn ich den Tag erfüllt hinter mir habe. Ich komme im Grunde nur noch ein- oder zweimal im Jahr zum Schreiben. Das bedrückt mich ein wenig, doch ich weiß auch, dass ich mir Zeit geben muss. Will ich alles zur gleicher zeit, überfordere ich mich und es geht mir nicht gut. Ich muss eine Sache nach der anderen erledigen und das der Reihe nach. So wird es irgendwann auch wieder Zeit zum Schreiben geben. Da bisher auch nur weniger als ein Promille der Bevölkerung meine Geschichten gehört oder gelesen hat, ist noch Raum genug für Entdeckungen.

Ich möchte nur auch jedem Menschen Mut machen, seine Geschichten aufzuschreiben. Ausgefeilte Worte sind nicht nötig. Das kann man hinterher in einem Korrekturgang erledigen. Anfangs "Frei nach Schnauze" geschrieben und erst einmal ruhend gelassen, werden ganz alltägliche Erzählungen plötzlich zu interessanten Abenteuern. Und diese finden immer ihre Leser. Dabei geht es nicht um das Berühmtsein. Vielmehr geht es um die Weitergabe von Erfahrungen. In Lexika und der Wikipedia steht alles Wissen dieser Welt. In den Romanen und Blogs alle Erfahrungen der Welt.

2 Kommentare