Archiv für May 2017

Ein paar Feststellungen zum neuen Camping

Es sind ja nun einige Monate ins Land gegangen und viel Wasser die Wupper hinab geflossen. Wir waren campen mit dem Wohnwagen. So viel dazu. Doch der Reihe nach jetzt mehr.

Wir hatten das Vergnügen, uns ein Probecamping 30 Kilometer von daheim zu gönnen. Ein einsam gelegener und dank März fast völlig leerer Campingplatz bot uns eine Heimat für das, was kommen sollte. Der Vorzeltaufbau gestaltete sich dank guter Vorplanung (siehe Beitrag darunter) als entspannt und am Ende des Urlaubs gab es ein Lob des Platzwarts in der Form von "Das sah doch gut aus!".

Wir hatten es trotz niedriger Außentemperaturen im Vorzelt und im Wohnwagen muckelig warm, trotzten Regengüssen, Schneefällen und Stürmen problemlos. Der Campingplatz bestand kurzzeitig aus einer einzigen Pfütze und wir hatten irgendwann kein Wasser mehr im Tank. Das geschah natürlich spät am Abend und im Dunkeln. Beim Gang zum standplatzeigenen Wasserhahn musste ich dann feststellen, dass wir keinen Schlauch dabei hatten. So fuhren wir zum Baumarkt, eine prima Schlauchtrommel einzukaufen. Um am Platz festzustellen, dass wegen des zu erwartenden Frosts das Wasser noch abgestellt war. Die für das Tanken erforderliche Gießkanne fehlte natürlich noch im Equipment. Baumärkte können Freunde sein!

Was uns bei diesem und einem weiteren Campingurlaub an der Nordsee sehr positiv aufgefallen ist, ist die ersten richtigen Urlaubstag unverzüglich einsetzende Entschleunigung. Der erste Tag ist von Ankommen, Anmeldung und Aufbau ausgefüllt. Da sind wir froh, wenn am Abend im Vorzelt das Fleisch auf dem Gasgrill brutzelt. Wir sind dann so erledigt, dass wir früh schlafen gehen. Am anderen Morgen ist es schlagartig Urlaub. Das hatten wir bei Hotelurlaub nie.

Unser Wohnwagen ist alt. So manche Kleinigkeiten gibt es noch auszutauschen, doch ich bin glücklich damit. Ich finde immer irgendetwas, das sich im Sinne von "Alt gegen Neu" austauschen lässt. Seitdem der Wohnwagen auf dem Hof steht, ist die Sommerbeschäftigung (neben der üblichen Arbeit drinnen und draußen) gesichert.

Wir haben uns eine Wagenmappe mit allen Gebrauchsanleitungen und Reparaturinformationen angelegt. Bis auf fahrsicherheitsrelevante Dinge wie Reparaturen am Fahrgestell oder den Bremsen, sowie an der Gasanlage mache ich alles selbst. Die einschlägigen Foren sind voller Tipps für Bastler und Optimierer.

Wir packen nun statt der Koffer alle Sachen in den Wohnwagen, hängen ihn an und fahren los. Gemütlich über die Autobahn zum Ziel zu gleiten ist natürlich nicht immer erreichbar. Dem stehen die üblichen Idioten im Straßenverkehr entgegen. Da sind die Raser, die Drängler und die jungen Menschen, die nicht begreifen, dass es leichter ist, mit einem kleinen PKW eine enge Straße rückwärts zu fahren als mit einem Gespann von 12 Metern Länge und zweieinhalb Metern Breite ohne Sicht nach hinten.

Was wir lernen mussten, ist die neue Kalkulation der Reisezeit. Wer einen Schnitt von 80 km/h kalkuliert, muss mehr als 110 km/h schnell fahren. Wir kommen bei maximal 89 km/h auf einen Durchschnittswert von 62 km/h. Das macht bei einer Strecke von 600 Kilometern dann eben gute 10 Stunden, ohne Pausen und Staus einzukalkulieren. Aber ich sprach ja von Entschleunigung und das sollte bereits bei Fahrtantritt beginnen.

Uns macht es Spaß, zumal der Wohnwagen auf dem Hof "Druck" macht, ihn auch einzusetzen. Wir kommen öfter raus als mit Hotelbuchungen. Und wir leben billiger, trotz des höheren Spritverbrauchs.

Fortsetzung folgt.

Schreiben Sie einen Kommentar zu