Viel zu leise

In Anbetracht der Lautstärke, mit denen sich in unserem Land die "wütenden Bürger" überall Gehör verschaffen, gehen die friedliebenden und stillen Massen unter.

Wir müssen lauter werden, wenn wir den Gegner eines friedlichen Miteinanders Einhalt gebieten wollen. Es hilft nichts, wenn wir still und ängstlich schauen, was passiert. Es schadet dem Frieden, wenn wir abwarten.

Die schweigende Masse war es, die 1933 am Ende unter dem Druck nachgegeben hat, während der Zwang mit Mitbrüllen durch die ausgeübte Gewalt der Rechten immer stärker wurde. Überall in den sozialen Netzwerken und der Presse finden die Kriegsmacher gegen die hier im Land lebenden Menschen immer mehr Gehör. Das muss übertönt werden!

Wenn wir Frieden im eigenen Land wollen, dann müssen wir aufhören, uns auf unsere Besonnenheit und unsere scheinbare geistige Überlegenheit zurück zu ziehen. Wir Blogger, Autoren, Künstler und Meinungsmacher müssen uns lautstark gegen die Politik der Angst wehren.

Wir wollen Frieden in Deutschland haben! Wir wollen hier mit allen Religionen, Nationalitäten und Geschlechtern friedlich miteinander leben! Wir wollen den Krieg nicht im eigenen Land erzeugen!

Wir sind für Toleranz, Akzeptanz und Vielfalt! Wir verachten Terror von außen und von innen! Wir verachten Menschen in unseren Land, die gegen kulturelle, religöse und gesellschaftliche Vielfalt sind!

Wem dieses Land in seiner jahrtausendlangen Zuwanderungsgeschichte nicht gefällt, der muss ausreisen und sich ein anderes Land suchen. Wir wollen hier miteinander leben, egal wo unsere Wurzeln sind. Wer gegen die deutsche Tradition der Vielfalt ist, gehört nicht in dieses Land, auch wenn er behauptet, ein aufrechter Deutscher zu sein!

Werdet lauter, Ihr Friedliebenden!

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Wie alles begann

Meine Schreiberei hat einen Anfang. Keineswegs in der Schule mit dem Verfassen von Aufsätzen, sondern viel später. Gelesen habe ich gern, seitdem ich lesen konnte. Meine liebste Lektüre war anfangs das neue Lesebuch der Schule. Ich kannte alle Geschichten noch bevor wir anfingen, darin zu lesen. Damals waren die Bücher noch voller interessanter Erzählungen und Erklärungen über das Leben und richtige Verhalten. Geschichten aus dem Straßenverkehr oder von Berufen und solche mit viel Fantasie haben mich fasziniert. Es gab für mich keinen Tag ohne Buch.

Später bin ich zur Science Fiction gekommen. Anfangs über Fantasiegeschichten wie "Die kleine Hexe" und später dann über Jules Verne und die Heftromane von Terra zu Romanen wie "Mutanten im Kosmos". Es hat mich begeistert und angeregt, fremde Kulturen auf diese Weise zu erleben. Das ist bis heute geblieben und vielleicht höre ich deshalb so gern zu, wenn mir Menschen aus fremden Ländern erzählen, welche Kleinigkeiten uns im täglichen Leben unterscheiden.

Ich habe oft als junger Mensch darüber nachgedacht, eigene Geschichten zu schreiben. Doch erste Versuche sind im Keim gescheitert, weil mir der Aufbau einer Geschichte fremd war. Ich hatte kein Muster erkannt, was im Grunde aus heutiger Sich unverständlich scheint. Das ist etwas, was noch heute geschieht. So lange ich kein Muster erkenne und nicht verstehe, wie etwas aufgebaut ist, kann ich es nicht selbst herstellen. Allein vom Probieren bekomme ich kein Ergebnis. Es belastet mich nur nicht mehr, wenn es so geschieht.

Dann kam eine sehr schlechte Zeit für mich, in der ich aufhörte Musik zu hören und zu lesen. Es ging mir richtig schlecht und die tiefen schwarzen Löcher in der Seele wurden zu sich rasant vergrößernden Flächen. Mein Versuch, das Ganze zu verstehen, führte mich in die Ausbildung zum NLP-Practitioner. Dort geriet ich an eine überaus kompetente Ausbilderin und diese ließ die Teilnehmer Märchen schreiben. Als Metapher sollten diese Märchen Aussagen treffen, die Menschen helfen könnten. Das war der Durchbruch, ich verstand den Aufbau von Geschichten.

Zunächst verarbeitete ich meine eigene Traurigkeit, mein Leben, den dauernden Schmerz. Diese Geschichten werden in Kürze nicht mehr im Handel sein, ich möchte sie nicht mehr veröffentlicht sehen. Später, nach der "Heilung", als langsam mein Leben wieder in die Spur kam, begann ich alltägliche Dinge humorvoll zu überspitzen. Dieses Rezept macht noch heute viel Spaß und hat mir bei Wettbewerben viel Publikumsfreude eingebracht.

Heute habe ich einen anstrengenden Beruf, eine ebenso anstrengendes Leben nebenbei und freue mich, wenn ich den Tag erfüllt hinter mir habe. Ich komme im Grunde nur noch ein- oder zweimal im Jahr zum Schreiben. Das bedrückt mich ein wenig, doch ich weiß auch, dass ich mir Zeit geben muss. Will ich alles zur gleicher zeit, überfordere ich mich und es geht mir nicht gut. Ich muss eine Sache nach der anderen erledigen und das der Reihe nach. So wird es irgendwann auch wieder Zeit zum Schreiben geben. Da bisher auch nur weniger als ein Promille der Bevölkerung meine Geschichten gehört oder gelesen hat, ist noch Raum genug für Entdeckungen.

Ich möchte nur auch jedem Menschen Mut machen, seine Geschichten aufzuschreiben. Ausgefeilte Worte sind nicht nötig. Das kann man hinterher in einem Korrekturgang erledigen. Anfangs "Frei nach Schnauze" geschrieben und erst einmal ruhend gelassen, werden ganz alltägliche Erzählungen plötzlich zu interessanten Abenteuern. Und diese finden immer ihre Leser. Dabei geht es nicht um das Berühmtsein. Vielmehr geht es um die Weitergabe von Erfahrungen. In Lexika und der Wikipedia steht alles Wissen dieser Welt. In den Romanen und Blogs alle Erfahrungen der Welt.

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Da sitze ich also so da

Da sitze ich also so da, schaue, was andere Autoren so auf der Leipziger Buchmesse treiben und denke vor mich hin. Ob ich auch einmal genau dort ein Buch präsentieren wollen würde? Ach, ich weiß es nicht. Der Weg dorthin ist so mühsam, so absagenbehaftet und vielleicht auch nur über einen Verlag erreichbar. Und dann?

Was kommt danach, oder noch besser, was kommt während der Messe. Mein Buch wäre eines von gefühlten Millionen und ja, was würde ich fühlen, wenn gefühlt jeder Mensch an genau meinem Buch vorüber gehen würde?

Ach nein, ich lasse das wohl besser. Also die Sache mit der berühmten Buchmesse. Allein, ich fühle jetzt schon müde Füße. Und was wäre im allerschlimmsten Falle, wenn dann doch ganz viele Menschen den Stand stürmen und mein Buch berühmt würde? Und ich dazu? Gott, diese Verpflichtung, die daraus erwachsen würde, jedes Jahr ein neues Buch schreiben zu müssen.

Nein, nein, das möchte ich nicht riskieren. Dann lieber ab und an etwas schreiben und ebenso ab und dann etwas vorlesen. Ohne Geldgedöns und alles andere drumherum. Mein Berühmtseinsollen ist irgendwann in den letzten Jahren still und heimlich verstorben. Gut so.

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