Also fragte ich heute bangen Gemütes nach dem Zustand meines Autos. Thermostat und Regler sind defekt, die Wasserpumpe hat es überlebt, der Motor und damit die Zylinderkopfdichtung ebenfalls. Was man durchaus als positiv betrachten könnte. Für 230 € repariert man mein Auto. Bedenke ich, dass ich eben diesen Betrag für eine andere Reparatur bereits in Gedanken geplant hatte, ist das ja fast schon ein Glücksgriff. Sarkastisch gesprochen.
Der Wagen wird am Montag repariert und damit wäre im Grunde heute Schatzens Weihnachtsgeschenk, ein Konzert in Hattingen, geplatzt. Einfach, weil wir entweder viel zu früh (Kälte!) oder mit viel zu spät mit Bussen angereist wären und nur mit viel Wagemut und vielstündigen Umwegen wieder daheim angekommen wären. Denn gestern sagte mir gegen 17.30 Uhr die Dame am Telefon, es wären alle Leihwagen der Werkstatt bis Montag weg. Auch am Montag hätte ich keinen Wagen abholen können, weil die Werkstatt um 07.30 Uhr öffnet und ich bereits um 06.00 Uhr aus dem Haus gemusst hätte. Schließlich fahre ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln zwei Stunden zur Arbeit und weitere zwei Stunden zurück. Die Abholung meines Autos hätte dem zur Folge auch wieder eine Woche gedauert, weil ich mit den Öffentlichen erst am Abend gegen 19.30 Uhr in Schwelm ankommen würde. Das erwähnte ich noch so nebenher und da erfreute mich die junge Frau, die heute Dienst hatte. Sie erklärte mir, gestern Abend wäre noch einer der Wagen unverhofft hereingekommen und den könne ich sofort haben.
Einkaufen gerettet, Konzert gerettet, Arbeitsweg auf eine halbe Stunde verkürzt und ich bekomme den eigenen Wagen am Montag wieder. Der Wunsch nach dem Ausgleich war wieder stärker als alles andere.
Und für einen doofen Brief habe ich heute wiederum eine schönen Brief erhalten. Wie gut, dass alles so ist, wie es ist.
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