Durststrecke



Nun ist es soweit. Ich werde mich für ein halbes Jahr finanziell auf die Durststrecke begeben.

Wegen meiner Blödheit bin ich ja in einem früheren Leben hoch verschuldet in die Privatinsolvenz gegangen und habe dabei (Einbildung ist auch eine Bildung) sogar anscheinend eine Bank mit in den Schuldenstrudel gerissen. Alle anderen Banken konnten sich mit ihrem Rückversicherer schadlos halten. Die Privatinsolvenz ist beispielhaft abgelaufen, die Restschuldbefreiung ist erteilt und ich bin schuldenfrei. Bis auf die Kosten des Verfahrens. Diese sind so hoch, dass sich fast schon wieder ein neuer Antrag zur Privatinsolvenz lohnen würde, wäre das möglich. Aber das will ich ja nicht.

Ich habe beantragt, diese Kosten zu bezahlen. In sechs Raten. Weil bei mehr als sechs Raten ein umfangreiches Beschluss- und Nachweisverfahren eröffnet werden müsste. Das wollte ich nicht schon wieder durchstehen. Also lege ich mich jetzt finanziell krumm und sende jeden Monat ein Fünftel meines Gehalts an die Oberjustizkasse. Mehr als die Hälfte meines Gehaltes geht ohnehin für die monatlichen Fixkosten drauf und dann bleiben eben nur mathematisch weniger als zwei Zehntel übrig. (Haha, Bruchrechnen!)

Aber egal, ich bin dann absolut schuldenfrei, denn ich habe inzwischen auch die Gerichtskosten aus früheren Prozesskostenhilfen beglichen. Auch das war sehr anstrengend zu leisten. Leisten konnte ich mir das nur, weil ich momentan einen unbefristeten Arbeitsvertrag inne habe. Inwieweit die Wirtschaftslage diesen Vertrag wirklich bis zu meiner Rente sicher sein lässt, bleibt dahin gestellt. Zumindest wäre ich dann später ohne Schulden, sollte ich mal wieder in Not geraten.

Ich bereue nur die Verschuldung an sich und meine Dummheit. Inzwischen berate ich beruflich Menschen in ähnlicher Situation. Ich sehe sie in ihr Unglück laufen und versuche mit ihnen Lösungen zu finden. Und manchmal ist die Privatinsolvenz die letzte Lösung. Eine gute Lösung, wenn nichts mehr geht. Sie fordert viel Kraft und Durchhaltevermögen. Aber wenn man daraus lernt, lohnt es sich für den Rest des Lebens. Dann macht auch eine halbjährige Durststrecke keine Angst mehr. Es gab ja schlimmere Zeiten.

Geschrieben am 30.09.2014 um 06.07 Uhr von CeKa
in Tagesblog



Die Sache mit den Plastiktüten



Ich nutze keine Plastiktüten mehr. Schon sehr lange gibt es solche Dinger nicht mehr in meinem Einkaufsverhalten und wenn ich es stark überlege, ist das, seitdem ich sie bezahlen müsste. Ich mag mich auch nicht in die Reihe der Typen einsortieren, die wenig Geld zum Einkaufen haben, aber mit drei Plastiktüten ihren Einkauf heimwärts oder noch schlimmer, zum Auto schleppen. Verlagerung der Finanzen in einen ökologischen Wahnsinn.

Plastiktüten sind für uns maximal teure Müllbeutel, wenn wir sie irgendwo ungewollt bekommen. Ansonsten haben wir im Autokofferraum eine hübsche Sammlung an Stoffbeuteln. Einkaufswagen bis ans Auto fahren, Ware in Stoffbeutel verteilen und ab damit in den Kofferraum. Daheim werden die Beutel einfach nach oben getragen, geleert und beim nächsten gang zum Auto wieder dort verstaut. Kein Plastikmüll für 10 oder mehr Cent. Das würde auch als Fußgänger funktionieren, würde man ein wenig nachdenken.

Bei uns wird Verpackungsmüll in gelben Tonnen gesammelt. Und tatsächlich sortiert und zumindest bis zur Stadtgrenze noch sinnvoll weiter verarbeitet. Was deutschlandweit und global damit passiert, wage ich nicht zu denken. Wie sonst schwimmen inzwischen halbe Kontinente aus Plastikmüll im Meer?

Was ich gern hätte, wären temporär wasserfeste und abbaubare kleine Beutel für den anfallenden Küchenmüll. Bezahlbar sollten sie auch sein, sonst neigt man dazu, die billigere Variante dann doch statt ökologisch sinnvoller Artikel zu nehmen. Und ich denke, das Flaschenpfand für recyclingfähige Flaschen müsste weltweit gelten. Solange es hier noch türkische und niederländische Dosen ohne Pfand gibt, läuft auch etwas falsch. Vielleicht könnte man auch das Pfand erhöhen, wenn man gerade dabei ist.

Und ich wünsche mir die Möglichkeit, mehr Ware lose einkaufen zu können. Eigenes Gefäss mitbringen oder eben keines zu benötigen. Denn warum sind Gemüse eingeschweisst, Schokoriegel doppelt und dreifach verpackt und Schüttware nicht in Papiertüten zu bekommen? Und ganz ehrlich, welcher Bekloppte kauft sich eine Kaffeemaschine mit Kapseln, angeblich wegen "des besonderen Geschmacks"? Hat derjenigen mal ausgerechnet, was sein Kaffee kostet und vor allen Dinge, wie viel Müll er mehr produziert, als mit einer normalen Kaffeemaschine? Es fallen bei wahrhaft "günstigem Angebot pro Kapsel mit 5 Gramm Inhalt 25 Cent an. Das macht für ein Pfund Kaffee 25,00 Euro! Ich möchte mal denjenigen sehen, der im Supermarkt ein Pfund Kaffee für 25 Euro in den Einkaufswagen legt und dabei nicht die Tränen in die Augen bekommt.

Und wir dürfen nicht vergessen, dass auch die 100-fache Menge Müll entsteht. Und wofür das Ganze? Weil uns die Werbung "schnell, sauber und lecker" verkaufen will. Eine Mode, die ökologischer Wahnsinn ist und schlichtweg verboten werden sollte. Da sitzt mensch vor dem Fernseher, lamentiert über Protest gegen Autobahnmaut, Umweltzonen und verschmutzte Meere, während er seinen Latte Macchiato aus der Kapselmaschine schlürft.

Bei den Plastiktüten fängt es an. Wir kochen unser Teewasser mit dem Wasserkocher und brühen ihn aus Teebeutel auf. Das ist auch bequem. Und wir kochen unseren Kaffee in einer ganz normalen Kaffeemaschine. Milch kann man nämlich auch anders in die Tasse packen als mit Fertigpulver in der Kapsel. Vorbildlich? Nein, aber wir arbeiten daran und versuchen, Umweltsünden zu verhindern. Irgendjemand muss ja anfangen. Und bequem leben wollen wir trotzdem. Es ist eben eine Gradwanderung zwischen Komfort und Plastiktüten.

Geschrieben am 28.09.2014 um 12.25 Uhr von CeKa
in Glaubenssache



Der kleinste Posten



Mein Auto ist aus der Werkstatt zurück. Plötzlich versagte die Handbremse und ich konnte sie gefühlt bis zum Dach hinauf ziehen. Beim Aussteigen roch ich hinten am Kofferraum etwas Brenzliges und Nachfühlen ergab ein heißes Rad hinten rechts. Also war einer der sehr seltenen Werkstattbesuche für mein Auto fällig.

Nun gut, 357,02 € knallen ganz schön in´s Kontor und ein neuer Bremssattel tröstet wenig darüber hinweg. Allerdings bin ich doch sehr zufrieden mit dem bald 10 Jahre alten Skoda Octavia Combi. Der brave 1,9 TDI hat inzwischen 124.000 Kilometer auf dem Tacho und seit seinem ersten Tag bei mir nahezu keine Reparaturen nötig gehabt.

Dank meiner Aufzeichnungen über alles, was mit dem Auto an Kosten anfällt, kann ich die nunmehr zwei Jahre Zusammensein wie folgt aufschlüsseln:

1. Reparaturkosten = 613,28 €
2. Versicherung = 943,39 €
3. Wagenpflege = 167,13 €
4. Steuer = 879,00 €
5. Reifen = 641,17 €
6. Zubehör = 135,93 €
7. Wartung = 34,20 €
8. Öl = 135,20 €
9. TÜV = 97,50 €
10. Eigene Ersatzteile = 58,04 €
11. Gebühren Zulassung usw. = 159,70 €
12. Bußgeld = 20,00 €
13. Tanken = 3.960,77 €

Die Gesamtsumme der Kosten für das Auto, abgesehen vom Anschaffungspreis, betragen im Moment 7.845,31 €. Bei der bisher gefahrenen Kilometerzahl von 44.014 ergeben sich pro Kilometer Kosten in Höhe von 0,18 €. Die Reparaturkosten machen an den Gesamtkosten einen Anteil von 7,8 Prozent aus. Knapp über die Hälfte aller Kosten ergeben sich aus der Betankung.

Der Durchschnittsverbrauch meines Autos liegt, durch nunmehr einem Jahr überwiegendem Stadtverkehr veranlasst, bei 6,4 l / 100 km. Der Dieselpreis ist übrigens seit Juli 2012 mit 1,519 € / Liter auf inzwischen durchgehend nette Preise um die 1,309 € / Liter gesunken. 20 Cent pro Liter machen bei meinem 50 Liter-Tank dann immerhin 10,00 € aus. Wobei ich nicht wegen zwei Cent pro Liter bis sonstwo hin fahre, um bei einer Betankung von 36 Litern 72 Cent zu sparen.

Kurzum, ich bin trotz der heutigen Rechnung sehr zufrieden mit dem Wagen. Er wird im Oktober 10 Jahre alt und das Modell wird mit der jetzigen Kilometerleistung witzigerweise in den Autoverkaufsplattformen im Internet noch immer zum gleichen Preis angeboten, wie ich damals bezahlt habe. Im Grunde sollte ich ihn jetzt verkaufen, etwas drauflegen und ein neueres Modell erwerben. Aber wozu? Ich bin es ja so zufrieden.


Geschrieben am 23.09.2014 um 18.04 Uhr von CeKa
in Technisches



Und wenn du denkst, du hast das Glück ...



... zieht die Sau den ....

Lassen wir das, diesen umgewandelten Spruch von Bauern aus einer bevölkerungsarmen Gegen in Deutschland, der eigentlich anders von Wilhelm Busch stammt. Es ist ja auch nichts Wildes geschehen. Allerdings, wie das Leben so ist, passiert es manchmal anders als man denkt.

Wir wohnen in einer idyllischen Sackgasse. Wie ein Verkehrszeichen ankündigt, ohne Wendemöglichkeit. Jedenfalls theoretisch. Praktisch kann man wenden, wenn man es kann und wenn man die richtige Stelle kennt. Paketboten können es nicht immer, für Speditions-LKW halten wir den halbwegs großen Parkplatz des Hauses für ein Wendemanöver frei.

Was aber den Schrotthändler mit dem sehr osteuropäischen Kennzeichen alles nicht hindert, jeden Samstag bis zur Kleingartenkolonie durch zu fahren, um dort unter vielen Mühen mit seinem Schrott-LKW (welch ein Wortspiel) und unter lautem Auspuffgetöse zu wenden. Die Spieluhrmelodie läuft dabei durchgehend und gleichzeitig durchgehend nervig.

Jedenfalls fährt er jeden Samstag hier entlang, wendet und fährt ohne Zuladung aus unserer kleinen Straße wieder hinaus. Und so dachte ich mir heute, dem armen Mann kann doch mal geholfen werden. Flugs stellte ich all den schönen Schrott in einem wunderbaren Haufen an die kleine Straße. Unter großen Mühen sammelte ich hinterm und im Haus alles zusammen, was Metall und Schrott ist und weg kann. Mittags musste ich Schatz von der Arbeit holen.

In Anbetracht der vermuteten Ehrlichkeit des Schrottsammlers wollte ich den Haufen nicht einfach so stumm stehen lassen und schrub ein Schild mit der Aufschrift "Für den Schrotthändler". Was soll ich sagen? Der Typ hat mich heute ignoriert. Das ganze Viertel hat er ignoriert. Er kam einfach nicht. Fuhr nicht in die Straße, wendete nicht und vor allen Dingen nahm er meinen Schrotthaufen nicht mit. Ich habe diesen Berg aus allen zusammen gesammelten Schrottteilen des ganzen verdammten 5000 m² großen Grundstücks wieder in das Haus geschleppt. Es war ein großer Haufen. Und ich schwitze jetzt wie ein Schwein. Und ich überlege mir eine Rache, wenn der Schrotthändlermann mit seiner Schritthändlerbeifahrerin und seinem Schrott-LKW (was für ein geniales Wortspiel, weil der LKW aussieht, als gehöre er auf den Schrott) wieder spieluhrmusikmachend in die Straße fährt.

Vielleicht gebe ich ihm ein einziges Teil dieses Haufens und zeige ihm den Rest nur. "Kommst du wieder, kriegst du mehr!", werde ich ihm versprechen. Und wenn er nächsten Samstag hier erscheint, bin ich nicht da. Dann ärgert er sich.

Geschrieben am 20.09.2014 um 19.31 Uhr von CeKa
in Übernächtliches



Alle Jahre wieder



Auch in diesem Jahr werde ich wieder einen "Akustischen Weihnachtskalender" anbieten. Inzwischen im dritten Jahr, beteiligen sich wieder eine Menge kreativer Menschen mit ihren eigenen Geschichten und Gedichten an diesem Kalender.

Die beiden vorigen Kalender lassen sich zum größten Teil noch HIER anhören. Wer Lust hat, bei diesem Besuchermagneten mitzumachen, sollte die detaillierten Informationen im Oktober abwarten. Oder vorher schon mit dem Schreiben und Einsprechen beginnen.

Es macht auf jeden Fall Spaß, den Kalender nur zu hören oder auch mit dabei zu sein.

Geschrieben am 14.09.2014 um 09.38 Uhr von CeKa
in Adventskalender 2014



Der Blick fürs Wesentliche



Ich trage eine Brille. Eigentlich trage ich sie schon seit dem Kindergarten, wenn es damals schon jemand entdeckt hätte, dass ich schlecht sehen kann. Erst in der Schule fiel es auf und dann habe ich sie wegen dieser schrecklichen Hornbrillengestelle lange verweigert. Die Brillen, wie sie heute modern sind, finde ich noch immer entsetzlich und meiner Meinung nach verunstalten sie Gesichter nach wie vor. Jedenfalls trage ich seit Beginn meiner Ausbildung 1976 meine Brillen dauerhaft. Morgens, unmittelbar nachdem die Beine aus dem Bett sind, ziehe ich die Brille an und setze sie nur für das Wasser im Bad kurz ab. Sie bleibt auf der Nase bis ich ins Bett gehe.

Seitdem ich alt bin, trage ich eine Gleitsichtbrille. Ich kam sofort damit klar und brauche kein Gedöns wie Gewöhnung und breites Sichtfeld für 300 Euro Aufpreis. Jetzt ist es an der Zeit, dass sich meine Sehstärke offenbar jährlich verändert. Der Unterschied in der Änderung der Sehstärke macht sich in immer weniger werdender Kurzsichtigkeit und dafür im Nahbereich steigender Weitsichtigkeit bemerkbar. Das ist anhand der Zahlen deutlich sichtbar geworden.

Vor drei Jahren lagen die Werte so:

Rechts:
Fern -2,25
Nah -1,25

Links:
Fern -3,00
Nah -1,00


Heute habe ich es endlich geschafft, den Optiker meines jahrzehntelangen Vertrauens aufzusuchen und damit stehen die Werte für jetzt fest:

Rechts:
Fern -1,25
Nah -1,75

Links:
Fern -2,75
Nah -0,75

Das rechte Auge verändert sich nun schneller als das linke. Allerdings liegt keine Schädigung vor, beide Augen sind in ansonsten hervorragenden Zustand. Das freut mich, kostet aber nun wieder Geld und vermutlich auch im kommenden Jahr wieder.

Da sich die Krankenkassen schon lange aus der Zuzahlung für Brillen verabschiedet haben, zahle ich (einem Rabatt sei Dank) 143,50 € für beide Gläser zuzüglich Gestell. Die Rechnung kann ich meiner Zusatzkrankenversicherung einreichen und bekomme einen guten Teil zurück. Dennoch werde ich das nächste Mal wegen eines erhöhten Rabatts keine drei Jahre warten, sondern binnen eines Zweijahreszeitraums wieder beim Optiker erscheinen.

Und nun wird die unweigerlich bei allen weiblichen Lesern auftauchende Frage nach dem Gestell beantwortet. Nein, ich mache keine Experimente. Keine Brille, die "das Gesicht betont", "die Augenbrauen unterstreicht" oder "das Gesicht schmaler macht". Ich habe fast das gleiche Gestellt ausgesucht wie jetzt. Gut, ein wenig anders ist es schon, etwas moderner, doch nach wie vor unauffällig. Ich selbst bin ja auffällig genug.

Und kann wieder mit 125 Prozent Sehkraft in die Welt schauen. Wie das gehen soll, kann ich nur vermuten. Aber meine Oma sagte ja schon immer, ich hätte "das zweite Gesicht". Vielleicht schaut das mit 25 Prozent in der Gegend herum. Das kommt mir häufig auch so vor. ;-)

Geschrieben am 12.09.2014 um 22.45 Uhr von CeKa
in Männersache



Ganz heimlich, still und leise ...



... und völlig entgegen aller bisherigen Geburtstage, hat der Tages(b)log seinen 10. Geburtstag begangen. Am 01.09.2004 habe ich mit dem Bloggen begonnen. 10 Jahre öffentliches Tagebuch und damit auch 10 Jahre in 9071 Beiträgen mit 16.194 Kommentare dazu.

Mit 10 Jahren Bloggen gehört man zu den Institutionen der deutschen Blogszene, aber ich gehöre irgendwie noch immer nicht zu den "Großen". Doch wozu auch? Inzwischen bin ich so abgeklärt und habe meine eigenen Prioritäten dahin verlagert, mich nicht mehr so wichtig zu nehmen.

Seit geraumer Zeit schreibe ich nicht mehr jeden Tag. Das war für mich eine gute Entscheidung. Ich will den Spaß an diesem Tagebuch nicht verlieren. Aufgeben ist (noch) keine Option.

Es hat sich in den vergangenen 10 Jahren viel verändert. Der Schreibstil, die Inhalte, mein ganzes Leben. Es ist viel geschehen und noch mehr hat keinen Weg in den Blog gefunden. Weil es dann doch zu intim wurde. Manches hat dafür seine Verarbeitung in meinen Kurzgeschichten gefunden. Denn die haben hier im Blog ihren Ursprung, ihre Wurzeln. Auch ich gehöre damit zu den Bloggern, die aus ihren Beiträgen ein Buch gemacht haben. Doch irgendwie anders als die anderen und das ist auch in Ordnung, wie es ist.

10 Jahre Tages(b)log ist im Internet eine verdammt lange Zeit. Ein wenig stolz bin ich schon darauf, so lange durchgehalten zu haben.

Geschrieben am 05.09.2014 um 05.33 Uhr von CeKa
in Tagesblog



Ich überlege gerade mal ...



... warum ich so kaputt bin und was ich eigentlich heute, an einem Zwischenurlaubstag, so gemacht habe, dass ich es bin.

Mal der Reihe nach:
- Schatz zur Arbeit gefahren
- Auf dem Rückweg ...
... Getränke im Getränkemarkt eingekauft
... im Baumarkt zwei Kabel und einen Kabelschacht eingekauft
... tapfer morgens um 10 Uhr zur besten Bratwurstzeit an der Bratwurstbude vor dem Baumarkt vorbei gegangen
... im Möbelmarkt ein Wandregal eingekauft
... getankt
... Auto waschen lassen
- Wieder daheim Getränke aus dem Wagen in den Keller geräumt
- Kabel montiert
- Kabelschacht zugeschnitten und angebracht
- Wandregal zusammen gebaut
- Gartentisch zusammen gebaut
- zwei Bilder aufgehängt
- Regalbrett demontiert
- Aufkleber hergestellt
- Aufkleber im Haus verteilt
- Essen (Süppchen) gekocht und gegessen
- Altpapier vom Regal und Tisch entsorgt
- Tische und Stühle im Saal unter uns für heute Abend zurecht gerückt
- Wandabschlüsse vom Abstellschrank ausgemessen
- Wandabschlüsse vom Abstellschrank zugeschnitten
- Solarleuchten zusammen gebaut und aufgestellt
- Mails beantwortet
- Mit unserem guten Hausgeist ein paar Minuten getratscht.

Jetzt fahre ich noch Schatz wieder von der Arbeit abholen und dann sind achteinhalb Stunden einfach so um. Morgen montiere ich dann die Abstandshalter und sehe zu, dass die Bude hier wieder ins Reine kommt. Wobei ich sagen muss, dass die meisten der obigen Arbeiten nur deshalb angefallen sind, weil wir endlich unser Möbelsammelsurium verabschieden und die zusammengewürfelte Wohnung endlich ein gemeinsames Gesicht bekommt.

In den kommenden Wochen erwarten wir noch einen Schreibtisch, damit die Küchentische endlich abgegeben werden können. Und es sollten noch ein Esstisch und Stühle kommen, damit auch der Wackeltisch mit den Wackelstühlen endlich Vergangenheit wird. Die meisten meiner Möbel waren noch aus Vor-Hartz IV-Zeiten und darin und sind so derbe verschlissen, dass sie kaum noch nutzbar sind. Das einzig gute Stück aus meiner ersten Wohnung, das alle Umzüge und schlechte Zeiten überlebt hatte, ist in gute und würdige Hände gekommen. Der Rest ist inzwischen verschenkt, verkauft und im Sperrmüll gelandet. Bis auf die letzten Stücke, die nun absehbar auch ein Ende finden.

Danach wird es, so Schatzens Äußerung, bis zur Rente keine neuen Möbel mehr geben. Nun, die Wahrscheinlichkeit ist recht hoch, dass das zur Wahrheit wird. Wir schonen selbst den kleinsten Knopf einer Tür und bei uns geht fast nie etwas kaputt. Außer wir selbst, wenn ich jetzt mal meinen momentanen Erschöpfungszustand betrachte. Aber das geht vorüber. Ich bin ja schon groß und kann früh schlafen gehen.


Geschrieben am 29.08.2014 um 16.49 Uhr von CeKa
in Tagesblog



Wir testen einen Roboter



Ganz und gar freiwillig und ohne Produktwerbung testen wir gerade einen Putzroboter. So ein kleines rotes Ding, das mit Akkuleistung und einem trockenen Tuch unter dem UFO-Körper durch die Wohnung rotiert. Um sauber zu machen. Vorweg, macht er auch, der Kleine. Und zwar mit seinem ganz eigenen Starrsinnn.

Der Kater mag ihn. Schalten wir den Roboter ein und lassen ihn laufen, hat einen felligen Kumpel, der dann gleich Haare dort lässt, wo der Arbeiter mal hingehen soll. Sehr praktisch veranlagt sind die Beiden. Der rotierende Wischmop fährt immer so weit, bis er irgendwo gegen stößt. Dann ändert er nach Zufallsmuster seine Richtung. Und er kann Ecken putzen. Was ich laut Schatzens Aussage nicht kann. Höre ich öfter über Männer, muss wohl ein genetisches Problem sein. Somit ist klar, der Roboter ist die Roboterin. Weil sie Ecken fegen kann.

Und sie ist leise. Jedenfalls leiser als der große Bruder für 159,00 Euro. Und, typisch Weibchen, sie liebt einige besondere Ecken sehr. Wobei ich sehr praktisch finde, dass es genau die Ecken sind, an die wir so selten heran kommen. Unter den Schreibtischen fegt sie sich warm und dann geht es für gute 15 Minuten unter den kleinen Seitenschrank. Ab und an schaut sie heraus und lässt sich kurz blicken, um sofort wieder unter dem Schrank zu verschwinden. Emsig sucht sie jedes Stäubchen und der Kater immer hinterher.

Hat sie sich mal verlaufen und pendelt orientierungs- und ausweglos in einer Sackgasse herum, macht mich der Katz gleich aufmerksam und ich eile zur Rettung. Für 34,95 Euro haben wir hier eine Menge Spaß. Und einen Blogbeitrag. Marke und Bezugsquelle? Baumarkt, rote Farbe, bekannte Wischerzubehörmarke. Ihr findet die kleinen Lieblinge schon.

Wir lassen sie übrigens noch nicht allein laufen, wenn wir weggehen. Wer weiß, vielleicht fegt sie nicht nur Staubflusen. Roboter sollen ja manchmal ein Eigenleben entwickeln ...

Geschrieben am 21.08.2014 um 19.44 Uhr von CeKa
in Technisches



Nachwehen der Insolvenz



Vor längerer Zeit habe ich erfolgreich meine Privatinsolvenz abgeschlossen. Ich bin schuldenfrei und will es auch bis in alle Ewigkeit bleiben. In regelmäßigen Abständen musste ich bisher dem Amtsgericht berichten, weil sich meine finanzielle Lage entwickelt, damit die damals angefallenen Gebühren für das Verfahren weiter gestundet werden. Das habe ich auch so lange immer brav beantwortet, wie ich befristet beschäftigt war.

Jetzt habe ich mich entschlossen, diesem Aufschub ein Ende zu bereiten. Nachdem ich in den letzten Monaten die Gerichtskosten aus den früheren Unterhaltsprozessen beglichen habe (auch immer gestundet, wie das so vom Gesetz vorgesehen ist), müssen es nun für mich auch die knapp 2.100 Euro Kosten der Insolvenz sein. Ich will das vom Tisch haben.

Das werden jetzt einige harte Monate, in denen es keine Sprünge gibt und nichts kaputt gehen darf. Aber das kenne ich ja schon aus früheren Zeiten. Ich will allen Ballast aus alten Zeiten loswerden und mich nie wieder mit solchen Dingen beschäftigen müssen, wie Fragebögen über meine finanziellen Verhältnisse, Nachweis von Mietvertrag, Gehaltsabrechnungen usw.

Wenn ich das hinter mir habe, ist ein weiteres Ziel für mein Leben erreicht. Ich habe nirgendwo mehr Schulden und Gebührenrückstände. Sicher hätte ich noch einmal einen Antrag auf Stundung stellen können und damit weiteren Aufschub bekommen. Aber wozu? Ich will dem ganzen Verfahren und allem was damit zu tun hat, ein Ende bereiten.

Ich führe übrigens auch weiterhin nur noch ein Guthabenkonto. Auch wenn mir bei der Umstellung auf ein ganz normales Konto der Mitarbeiter der Bank natürlich einen Dispositionsrahmen einräumen wollte. Nein, genau damit begann einmal alles Elend. Ich will und muss von dem leben, was ich habe. Und wenn mal nichts mehr da ist, dann ist es eben so. Verhungern werde ich nicht.

Geschrieben am 18.08.2014 um 06.01 Uhr von CeKa
in Tagesblog



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