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Es ist ja nur eine Phase
Gebloggt hatte ich am 1. April diesen Jahres ein Bild aus dem Zimmer meines Kindes und damit eine heftige Diskussion losgetreten. Allerdings gab es danach, als sie von diesem Beitrag erfuhr, auch eine Reaktion, denn sie räumte am Tag danach auf.Genau drei Tage später waren die üblichen 48 Stunden Lernfähigkeitsphase abgelaufen und seitdem wächst der Müll- und Wäscheberg kontinuierlich. Am 18.04. nun ist sie aus den Ferien bei ihrer Mutter gekommen und in den Tagen darauf ging sie in den Keller, um die Wäsche zu waschen. Eine knappe Woche später war meine Wäsche dran und ich war entsetzt darüber, was ich im Keller vorfand:
Die Waschmaschine stand unter vollem Wasserdruck gefüllt mit nasser Wäsche und der Trockner gärte die halbtrockene andere Wäscheladung nach. Im zugegeben feuchten Waschkeller lagerte weitere Wäsche, idyllisch verteilt über alle möglichen Ablagestellen. Ich habe daraufhin die Wäsche aus allen Geräten entnommen und die nasse stinkende Wäsche auf den Boden geworfen. Wieder oben angekommen fragte ich dann, ob sie im Keller nicht etwas vergessen hätte. "Ach ja", war die Antwort. Gestern nun (29.05.!) habe ich die Wäsche entsorgt, da sie noch immer dort lag.
Ich solle sie nicht nicht immer ermahnen, das würde nur den Widerstand erhöhen und sie könne sich selbst alles auf die Reihe bringen, wenn ich nicht immer ständig hinterher wäre. Das war der Tenor des letzten Gesprächs vor den Osterferien. Ok, habe ich gemacht. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Und riechen.
Definitiv ist die Dusche mindestens seit dem 18.4. für sie trocken geblieben. Als ich ins Krankenhaus ging, mußte ich die Waschlappen unter den Handtüchern hervorkramen und dort liegen sie auch seitdem immer noch unbenutzt. Die Haare werden inzwischen täglich gewaschen und der Verbrauch an Deo, das sie sich von ihrem Taschengeld wohl in wöchentlichen Abständen kauft, ist immens. Ich mag garnicht daran denken, daß sie zwischendurch beim Jugendarzt für die Impfung war.
Es ist nur eine Phase.
Aus diesem Zimmer kommt insbesondere am Morgen ein unglaublicher Geruch, der nach der Badbenutzung (wie gesagt, lediglich Haarewaschen) auch im Bad hängt.
Sie trägt seit ihrer Rückkehr am 18.04. eine Jacke sowohl draußen als auch drinnen. Bis auf wenige Tage dauerhaft. Angeblich hat sie diese Jacke, nachdem ich sie darauf ansprach, gewaschen. Wo, kann ich nicht sagen, denn die Waschmaschine im Keller ist nach dem obigen Vorfall nie wieder von ihr benutzt worden. Diese Jacke steht vor Schmutz allein und der Flur, in dem die Jacken hängen, stinkt von Schweißschuhen und eben dieser Jacke. Ich habe an den mittleren Haken einen Rucksack gehängt, damit sie ihre Jacke nicht neben meine hängt.
Es ist nur eine Phase.
Klare Ansagen über Duschgänge und Wäschewaschen und Zimmer aufräumen sind Schikane und führen zu Wutausbrüchen und Sprüchen wie "Du willst ja ein perfektes Kind haben". Nein, will ich nicht. Ich will nur ein Kind haben, daß ich in den Arm nehmen kann, ohne mich zu ekeln.
Ich weiß, wer hier alles mitliest. Und ich weiß ja, "es ist nur eine Phase". Doch ich will auch anderen Eltern gern mitteilen, daß mich die Phase in die schwierige Phase zwischen Liebe, Ekel und Wut treibt. Ich würde gern das Zimmer aufräumen, die Wäsche waschen und sie selbst unter die Dusche stellen. Ich würde auch gern an ihre Verantwortung appellieren und endlich die Vernunft spüren, derer sie mächtig sein sollte. Ich würde auch gern alles ignorieren und ihr die öffentlichen Räume dieser Wohnung verbieten, damit der Müll und Gestank in ihrem Zimmer bleibt. Ich könnte mir auch erneut professionelle Hilfe holen und erneut hören "Das ist nur eine Phase, schließen Sie doch einen Vertrag mit ihr!"
Verträge haben hier die übliche Haltbarkeitsdauer von 48 Stunden. Dann ist alles wieder beim Alten.
Manchmal ist es schwer, ein Kind noch zu lieben. Auch das ist hoffentlich nur eine Phase.
30.05.2009, 10:56 Uhr von CeKaDo
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2/06/09
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Kommentare
Armer Carsten,
tja, da ist guter Rat teuer, und ich hätte auch keinen parat, tut mir leid.
Kann dich gut verstehen und fühle mit dir, ist schon eine ganz schön schwierige Sache, dass mit deiner Tochter. Da wollen wir wirklich nur hoffen, dass es nur eine Phase ist und die nicht noch Jahre andauert, sondern bald mal wieder aufhört.
Wir waren ja alle mal in der Pubertät und ich war damals auch sehr unordentlich, jedenfalls in den Augen meiner Eltern. Ich empfand es nicht so schlimm, aber ich kann mich nicht daran erinnern, das es bei mir jemals so schlimm aus gesehen hätte, geschweige denn gestunken hat.
Ok, ich habe zwar auch nicht täglich geduscht aber ich habe immer darauf geachtet, dass ich nicht muffele und meine Kleidung in Ordnung ist.
Also in der Hinsicht kann ich deine liebe Tochter überhaupt nicht verstehen, dass sie so verdreckt und stinkend durch die Gegend läuft.
Drücke dir die Daumen, dass es so bald wie möglich vorbei ist mit dieser schrecklichen Phase.
Herzliche Grüße Roswitha
was passiert denn, wenn du ihr sagst, dass sie stinkt?
@ SuMu: Nichts, außer daß sie beleidigt ist.
Meinst du nicht, dass sie mit dem Wäschwaschen überfordert ist ?
Warum wascht ihr nicht zusammen die Wäsche in einer Waschmaschine, mal hängst du sie auf, mal sie.
Sie wird doch dadurch nicht unbedingt selbsändiger, wenn sie ihre Wäsche allein waschen muss.
Was hat sie eigentlich die ganze Zeit angezogen ?
Das Wegwerfen von Wäsche ist auch nicht wirklich die Lösung, du musst ihr doch neue kaufen.
Irgendwie verstehe ich es nicht.
@SuMu: Ich habe meiner Tochter vor etwa 18 Jahren in einer vergleichbaren Situation gesagt, dass sie stinke (nur ein einziges Mal). Heute (sie ist mittlerweile 35) erinnert sie sich noch gut daran und wirft mir vor, dass ich damals wenig Respekt im Umgang mit ihrer Würde gezeigt habe. - So transportiert jeder seine Wahrheit. Ich behalte meine und sie stimmt mit der meiner Tochter nicht überein. - Werner Schneyder in einer Fernsehsendung (Zitat aus dem Gedächtnis): "Erziehung ist einfach, nur ist es so schwierig am Ende das Produkt zu lieben." - @CeKaDo. Wir sind nicht allein.
Hallo Carsten,
ich habe ja 2 Kids - eins durch die Pubertät, und eines mitten drin. Kay duscht täglich (immerhin benetzt er sich mit Wasser
Du hast in dem was du sagst einerseits recht, andererseits wollen Tee-nager klare Grenzen und Regeln. Wenns sein muss täglich wiederholt, und ich denke du weißt wie wichtig diese sind und wie wichtig das Einfordern.
Ich würde die Wäsche waschen, die Jacke als allererstes - bügeln und wegräumen, in mein Zimmer. Sie bekommt die Jacke wieder wenn sie duscht. Und es gäbe die Regel, dass täglich geduscht wird.
Es gibt Regeln fürs Aufräumen, Regeln fürs waschen - und wenn das nicht gemacht wird eben keinen PC z.B. . Ich glaube einen Blogbeitrag wie obigen würde ich nie schreiben, denn so blamieren würde ich mein Kind nicht und er ist sicher nicht gut für euer Verhältnis, mal in die Zukunft blickend.
Mit Verträgen habe ich auch keine guten Erfahrungen gemacht, aber mit Konsequenz. Selbständigkeit zu lernen ist wichtig, aber zu viel Selbständigkeit kann auch überfordern, gerade in der Pubertät. Meine Große kann kochen, waschen, putzen, bügeln, aufräumen, Keller ausmisten - eben alles was Haushaltslebensfäig macht. Gelernt hat sie das nicht mit 14 oder 15, da haben wir vieles zusammen gemacht, sondern irgendwann jenseits der 18.
Mensch Carsten - dein Puber-tier ist noch ein Kind, jedenfalls ganz oft. Vergiss das bitte nicht...
Lieber Gruß
Bine
@orangata, ich erinnere mich, daß sie halt getragene Wäsche einfach länger trug.
Was das Wäsche waschen betrifft, bin ich nach wie vor der Meinung, daß es effektiver ist, wenn gemeinsam gewaschen wird. Ich habe extra nur eine kleine Tonne, damit Benutztes nicht zu lange vorhanden ist. Sprich, spätestens jeden zweiten Tag fülle ich die Maschine. Auch Schuhe werfe ich in die WM!
Mein Sohn müffelt zur Zeit auch jeden Tag fürchterlich, wg. täglichem, intensivem Sport und der Pubertät. Wir sagen aber immer deutlich, wenn unsere Nase beleidigt wird. Ich finde es x-mal besser, daß einem Familienangehörige darauf hinweisen, als ein Außenstehender. Letztere trauen sich oft gar nichts sagen.. Nun ja, es wird hier besser.
So wie du erzählst, ist deiner Tochter ihr Aussehen und Geruch nicht egal. Wie sie zu einem ihr akzeptablen Zustand kommt, schneidet sich halt mit deinem. Wir sagen uns, sobald Mädls interessant werden, wird der Körperpflege bestimmt viel mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Es hilft einfach nur dranbleiben; sensibel zu sagen, daß man dadurch selbst sehr beeinträchtigt wird. Das Jugendzimmer am besten so gut wie möglich ignorieren...
LG aus dem Regen! Gute Gelegenheit übrigens, hier zu putzen, waschen und sich zu pflegen
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